Julia Haug draußen

„Ich bin gerne mit jungen, euphorischen Volontären zusammen“

– Julia Haug, Projektredakteurin & Aus- und Weiterbilderin

Es kann schlichtweg Sympathie sein, die den Ausschlag für einen neuen Lebensmittelpunkt gibt. Nach ihrem Journalistik-Studium in Eichstätt bewarb sich Julia Haug in ganz Süddeutschland für ein Volontariat. Einen Bezug zu Unterfranken hatte sie zwar nicht, doch das Vorstellungsgespräch bei der Main-Post war so überzeugend und passend, dass sie direkt zusagte. Während ihrer Ausbildung lernte sie die Region intensiv kennen und lieben. Seit 2012 hat sie im Haus verschiedenste Stationen durchlaufen, von der Online- und Lokalredaktion über die Rolle als Schulungsreferentin bis hin zu ihrer heutigen Position: Mitglied der Chefredaktion mit den Schwerpunkten redaktionelle Aus- und Weiterbildung und die Projektredaktion.  

Das „unsexy“ Rückgrat der Redaktion 

In ihrer Rolle als Projektredakteurin kümmert sich Julia um etwas, das sie selbst mit einem Schmunzeln als „klingt unsexy, ist aber enorm wichtig“ beschreibt: redaktionelle Prozesse und Standards. Wo früher individuelle Arbeitsweisen in kleinen Teams funktionierten, braucht es heute im Zusammenschluss der Main-Post in der Verlagsgruppe Pressedruck mit der Augsburger Allgemeinen, dem Südkurier und der Allgäuer Zeitung einheitliche Abläufe. Egal ob es um eine gemeinsame Contentplattform oder die Angleichung von Printprozessen geht – Julia hilft mit, diese Arbeitsweisen gruppenübergreifend zu gestalten, in enger Abstimmung mit den Kolleginnen und Kollegen aus Augsburg, Konstanz oder Kempten. „Wir wollen nur das entwickeln, was wir gemeinsam als Gruppe brauchen“, lautet dabei ihr pragmatischer Ansatz. 

Offene Türen statt Homeoffice 

Trotz der vielen konzeptionellen Projektarbeit ist Julia selten im Homeoffice anzutreffen. Und das hat einen guten Grund: Ihre Herzensangelegenheit ist die Aus- und Weiterbildung im redaktionellen Umfeld. Für die Volontärinnen und Volontäre möchte sie greifbar sein. „Da kommt auch mal jemand zur Tür rein und erzählt, wie es in der Ausbildungsstation läuft, oder wir gehen gemeinsam in die Kantine", erzählt sie. 

Ihr Arbeitsalltag beginnt meist gegen neun Uhr. Neben vorgeplanten Projektterminen leistet sie zwischendrin „First-Level-Support", wenn eine Redakteurin mit dem medienneutralen Redaktionssystem kämpft. Dazwischen klingelt das Telefon für individuelle Anliegen der Nachwuchskräfte, oder sie organisiert die monatlichen „Volo-Tage"; das sind Seminartage, bei denen Praktikantinnen und Praktikanten sowie Volontärinnen und Volontäre gemeinsam auf Exkursion gehen – zum Beispiel in den Weinberg, um mehr über Weinbau in Unterfranken zu erfahren. 

Vorteil: Immer am Puls der Zeit bei Weiterentwicklungen sein 

Geht ihr das eigene Schreiben dabei nicht ab? „Da sage ich klar Nein", sagt Julia Haug. „Schreiben war für mich keine Hauptmotivation für den Journalismus. Unser Kernauftrag ist die Recherche." Das Adrenalin, das sie früher im Reporterjob spürte, fehlt ihr heute manchmal. „Ich bin dafür gerne mit jungen, euphorischen Volos zusammen, die für den Beruf brennen. Das macht vieles wett." 

Ihr Anspruch: Die Ausbildung so modern wie möglich zu gestalten. Längst gehören Factchecking, Podcasting, Coding-Grundkenntnisse oder KI zu den Basiskursen. Wer heute in den Journalismus startet, müsse zudem das Gesamtgeschäftsmodell und die crossmedialen Möglichkeiten verstehen. 

Technik-Support trifft auf Gen Z 

Was Julias Job so anspruchsvoll macht, ist genau diese Spagat-Funktion: Einerseits ist sie technisch gefordert, andererseits geht es um moderne Führung und Talententwicklung. „Das sind zwei völlig unterschiedliche Anforderungen", sagt sie. Hier hilft ihr nicht nur ihr Organisationstalent, sondern auch ihre klare Kommunikation, gepaart mit viel Empathie. Gerade bei generationenübergreifenden Themen, etwa dem Wunsch der Gen Z nach deutlich mehr Feedback, als es früher üblich war, kann sie sich gut in ihr Gegenüber hineinversetzen. Lachend ergänzt sie: „Manchmal denke ich, ich bin noch 25 Jahre alt. Stimmt aber nicht, ich bin 39." 

Für Julia ist ihr Job der perfekte Ansporn, um am Puls der Zeit zu bleiben; sei es bei neuen redaktionellen Technologien oder frischen Ausbildungsansätzen. Wer mit ihr zusammenarbeitet, sollte allerdings eine kleine Besonderheit im Hinterkopf behalten: „Ironie verstehe ich nur schwer." 

Auf einen Blick – Julia Haug

Position

Position

 Projektredakteurin & Verantwortliche Aus- und Weiterbildung (Mitglied der Chefredaktion)

Im Unternehmen

Im Unternehmen

Seit dem Volontariat 2012

Lieblingsaufgabe

Lieblingsaufgabe

Junge Talente fördern und redaktionelle Prozesse zukunftsfähig gestalten

Fun Fact

Fun Fact

Besitzt als gebürtige Allgäuerin keine Funktionskleidung